Kritik an Reiche: Minister: Ausbau grüner Energie boomt in Niedersachsen

Mehr Windräder, mehr Sonnenstrom: Zuletzt wurden immer mehr neue Anlagen installiert. Doch Reformpläne der Bundesregierung drohen Milliardeninvestitionen auszubremsen.

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Der Ausbau von Wind- und Solarenergie ist in Niedersachsen laut Energieminister Christian Meyer zuletzt deutlich vorangekommen – drohe aber von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche ausgebremst zu werden. "Da werden massiv Investitionen gefährdet", sagte der Grünen-Politiker im Landtag in Hannover.

Meyer präsentierte Ausbauzahlen für das erste Quartal 2026: In den ersten drei Monaten wurden demnach 65 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 331 Megawatt ans Netz genommen. Das seien ähnlich viele Anlagen und doppelt so viel Leistung wie im gesamten Jahr 2020, sagte der Minister. Im Jahr 2025 seien 209 Anlagen mit 1.156 Megawatt Leistung installiert worden.

Neue Genehmigungen "das Vierfache eines Atomkraftwerks"

Hinzu kamen dem Minister zufolge im vergangenen Jahr 832 Genehmigungen für neue Anlagen. "Das zeigt eine große Investitionsbereitschaft mit 5,2 Gigawatt. Das ist das Vierfache eines Atomkraftwerks", sagte Meyer. "Auch jetzt 2026 sind im ersten Quartal schon wieder 163 Anlagen mit einer Leistung von 681 Megawatt hinzugekommen."

Der Minister erklärte den Aufschwung mit einem Abbau von Bürokratie. "Wenn ein Windrad in Niedersachsen beantragt wird, ist es in 10,6 Monaten im Schnitt genehmigt. Das ist eine Rekordzahl", sagte er. "Beim Bund sind wir bei eineinhalb Jahren." Gleichzeitig gebe es in Niedersachsen eine hohe Akzeptanz für die Windkraft. So seien 2025 lediglich elf Klagen eingereicht worden.

Solarenergie legt ebenfalls zu

"Auch bei Photovoltaik haben wir einen Rekordboom", sagte Meyer. Nachdem 2020 lediglich 409 Megawatt Leistung neu installiert worden seien, seien es 2025 landesweit 1.546 Megawatt gewesen. "Und im ersten Quartal dieses Jahres sind weitere 268 Megawatt hinzugekommen."

Auch die CDU verteidigt Reiche nur bedingt

Sorge bereiten der Landesregierung allerdings die Reformpläne von Bundeswirtschaftsministerin Reiche zur Energiewende. Die CDU-Politikerin will den Zubau von Wind- und Solaranlagen besser auf den Netzausbau abstimmen, um Kosten zu senken. Dabei geht es unter anderem um den sogenannten Redispatchvorbehalt: Betreiber neuer Ökostrom-Anlagen in überlasteten Netzgebieten sollen künftig keine Entschädigung mehr erhalten, wenn ihre Anlagen wegen drohender Netzüberlastung abgeschaltet werden müssen.

Der Landesverband Erneuerbare Energien (LEE) hatte bereits im April gewarnt, dass mit den von Reiche geplanten Reformen allein in Niedersachsen binnen fünf Jahren 32 Milliarden Euro an Investitionen wegbrechen könnten.

Die CDU-Abgeordnete Verena Kämmerling verteidigte Reiches Pläne im Landtag nur in Teilen. Reiche wolle die Energiewende nicht abwürgen. "Es geht um eine vernünftige Steuerung der Energiewende", sagte Kämmerling. Der Redispatchvorbehalt dürfe aber so nicht kommen und Niedersachsen als Energieland nicht ausgebremst werden. "Wir wollen erneuerbare Energien nutzen und nicht abregeln", sagte die CDU-Politikerin.

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+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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