Gegen das Vergessen: Prien: In Sachsenhausen Terror der Nazis spüren
Was bleibt, wenn Zeitzeugen zunehmend fehlen? Woidke und Prien betonen in Sachsenhausen die Bedeutung von Gedenkstätten, damit junge Menschen die Schrecken des Nationalsozialismus nicht vergessen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Wie wichtig die Erinnerung an den Nationalsozialismus auch für die jüngere Generation ist, hat Bundesbildungsministerin Karin Prien bei einem Besuch im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen betont. Die Gedenkstätte zeige wie "die Topografie des Terrors" auch in der Nähe von Berlin entstehen konnte und "mit welchen Mechanismen ein totalitärer Staat arbeitet, wie auch junge Menschen verblendet worden sind und auch Teil der Tötungsmaschinerie geworden sind", sagte die CDU-Politikerin.
Gedenkstätten seien authentische Orte, so Prien. Sie ermöglichten - in einer Zeit, in der Zeitzeugen immer weniger werden - "zu erspüren, zu begreifen, was eigentlich der nationalsozialistische Terror, die nationalsozialistische Gewalt und Willkürherrschaft für Menschen bedeutet hat". Daraus ergebe sich unter anderem eine Verantwortung des Bundes hier weiter zu finanzieren: "Sowohl was die Baulichkeiten als auch was die Bildungsarbeit angeht." Zudem als freiheitlicher Rechtsstaat dafür Sorge zu tragen, dass junge Menschen verstehen, welchen Wert es habe, in Freiheit zu leben.
Zeitzeugen werden weniger - neue Konzepte gefragt
Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) verwies bei dem gemeinsamen Rundgang mit der Bundespolitikerin auf die Verantwortung gegenüber jungen Menschen. "Viele Einflüsse strömen da gerade auf die Kinder ein und es ist wichtig, deutsche Geschichte wachzuhalten." Da Zeitzeuginnen und Zeitzeugen weniger geworden sind, müssten neue Konzepte gefunden werden. "Es ist wichtig, dass junge Menschen Zugang zu diesem schwärzesten Kapitel deutscher Geschichte haben und da spielen die Gedenkstätten eine herausragende Rolle."
Im Konzentrationslager Sachsenhausen und den rund 100 Außenlagern waren zwischen 1936 und 1945 mehr als 200.000 Menschen inhaftiert. Mindestens 55.000 starben laut Stiftung an unmenschlichen Haftbedingungen oder wurden Mordopfer der SS.
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