Wohnungsneubau: Zahl der neuen Wohnungen auf niedrigstem Stand seit 2011

In Nordrhein-Westfalen fehlen Hunderttausende Wohnungen - doch der Neubau bricht weiter ein. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.

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In Nordrhein-Westfalen sind erneut weniger Wohnungen fertiggestellt worden. Nach Angaben des Landesstatistikamts IT.NRW wurden im vergangenen Jahr 37.185 Wohnungen gemeldet - 9,4 Prozent oder 3.840 weniger als im Vorjahr. So wenige waren es zuletzt 2011 (34.442). Umbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden sind eingerechnet.

Besonders stark war der Rückgang bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Die Zahl der neuen Einfamilienhäuser ging um knapp 14 Prozent auf 6.345 zurück, bei neuen Gebäuden mit zwei Wohnungen um fast ein Fünftel auf 2.074. Bei Mehrfamilienhäusern mit drei und mehr Wohnungen fielen die Einbußen mit 4 Prozent geringer aus - 21.575 Wohnungen wurden fertiggestellt.

Bereits 2024 war die Gesamtzahl der neuen Wohnungen in NRW deutlich rückläufig gewesen. Der zweite Rückgang in Folge ist laut Landesstatistikamt auf die gesunkene Zahl der erteilten Baugenehmigungen zurückzuführen. 2020 waren noch 61.849 Wohnungen genehmigt worden, 2025 hingegen lediglich 44.905. Immerhin lag der Wert damit etwas höher als im Vorjahr (40.554).

Der Wohnungsbau in Deutschland stockt seit Jahren. Grund dafür sind kräftig gestiegene Zinsen und Baukosten. Viele private Bauherren verzichten daher auf Projekte, Investoren ziehen sich zurück.

Studie: 376.000 Wohnungen fehlen in NRW

Laut einer Studie des Pestel-Instituts fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen, 376.000 davon in Nordrhein-Westfalen. Um den Mangel abzubauen, müssten in NRW bis 2030 jährlich etwa 94.000 Wohnungen gebaut werden.

Die Bundesregierung will mit einem "Bau-Turbo" über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau voranbringen und hat zudem Förderprogramme für energieeffizientes Bauen reaktiviert.

Zwar sind die Baugenehmigungen im ersten Quartal um fast 15 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Doch der Iran-Krieg trübt die Hoffnungen auf Erholung ein. Baumaterialien haben sich verteuert, und die Zinsen für Immobilienkredite sind angesichts wachsender Inflationsängste deutlich gestiegen.

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