Neuer Prozess in Braunschweig: "Herrschaftsregime" im Heim? Vier Angeklagte vor Gericht
In einem Harzer Pflegeheim sollen viele Jahre unhaltbare Zustände geherrscht haben. Vier Angeklagte sollen für einen grausamen Umgang mit Senioren verantwortlich sein. Sie müssen jetzt vor Gericht.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Bewohner mit Medikamenten außer Gefecht gesetzt, hochgestellte Bettgitter ohne Einwilligung und gefälschte Berichte zum Gesundheitszustand: Vier Angeklagte sollen über mehrere Jahre für unhaltbare Zustände in einem Pflegeheim im Harz verantwortlich sein. Am Donnerstag kommender Woche (4. Juni) beginnt der Prozess vor dem Landgericht Braunschweig.
Den Anklagten wird unter anderem Misshandlung von Schutzbefohlenen, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung in besonders schwerem Fall, gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen, wie es in einer Ankündigung des Gerichts heißt. Die Vorwürfe richten sich in 17 Fällen gegen drei Angeklagte im Alter von 52 bis 63 Jahren, einer 60-jährigen Frau wird jeweils Beihilfe vorgeworfen.
Staatsanwaltschaft spricht von "Herrschaftsregime"
Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht davon aus, dass die Angeklagten zwischen Oktober 2017 und September 2020 in dem Senioren- und Pflegeheim in Langelsheim mit 68 Plätzen ein umfassendes "Herrschaftsregime" etabliert haben. Es sei ihnen unter anderem darum gegangen, auf Kosten der Bewohnerinnen und Bewohner möglichst hohe Gewinne zu erwirtschaften.
Für das riesige Verfahren sind mehr als 50 Verhandlungstermine angesetzt. Nach dieser Planung könnte ein Urteil Ende Januar 2027 fallen. Bis zum rechtskräftigen Abschluss eines Prozesses gilt für alle Angeklagten die Unschuldsvermutung.
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