Geschichte: Briefe aus dem KZ jetzt im Stadtmuseum Halle zu sehen
Persönliche Briefe aus einem KZ-Außenlager geben im Stadtmuseum Halle Einblick in das Schicksal eines Hallenser während der NS-Zeit. Die Dokumente erzählen von Haft, Familie und Menschlichkeit.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Besucherinnen und Besucher des Stadtmuseums Halle können ab sofort ganz besondere Briefe eines Hallenser aus der Zeit des Nationalsozialismus sehen. Wie das Museum mitteilte, stammen die Schreiben von Otto Herrmann, der 1944 im KZ-Außenlager Niederorschel in Thüringen inhaftiert war. Eine Delegation aus Niederorschel übergab dem Museum nun Kopien der Originaldokumente.
Einsatz für Mitgefangene
Herrmann (1903–1969) war den Angaben zufolge Kommunist und Gegner des NS-Regimes. Während seiner Haft setzte er sich nach Angaben des Museums für jüdische Mitgefangene ein. Dafür wurde ihm später von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem der Titel "Gerechter unter den Völkern" verliehen.
Briefe trotz Zensur erhalten
Die Briefe schrieb Herrmann aus dem Lager an seine Familie in Halle. Weil die Schreiben damals der Zensur unterlagen, sei vor allem ihre Existenz außergewöhnlich, teilte das Museum mit. Sie gäben Einblick in die Lebensumstände eines Häftlings und den Kontakt zu seiner Familie während der Haft.
"Das sind einzigartige Dokumente, die uns die Person Otto Herrmann näherbringen und außerdem auch ganz viel über die Umstände der Zeit erzählen", sagte Museumsdirektorin Jane Unger. Die Briefe würden in die sogenannte Generationenbox zu Otto Herrmann aufgenommen und könnten dort von Besucherinnen und Besuchern eingesehen werden.
Weitere gemeinsame Projekte geplant
Die Zusammenarbeit zwischen dem Stadtmuseum Halle und Vertreterinnen und Vertretern aus Niederorschel besteht bereits seit mehreren Jahren. Geplant sind unter anderem gemeinsame Bildungsangebote für Schulklassen.
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kns/roj/news.de
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