Tiere in praller Sonne: Unbekannter setzt 21 Meerschweinchen aus – in Plastiktüten

Die in Plastiktüten verpackten Käfige standen direkt vor dem Tierheim in der prallen Sonne. Nur zufällig findet das Team die Tiere. Es war nicht das erste Mal.

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Aktuelle Nachrichten rund um das Thema Tiere lesen Sie hier auf news.de (Symbolbild). Bild: Adobe Stock / satori

In von Plastiktüten umhüllten Käfigen sind direkt vor dem Tierheim in Kappeln fast zwei Dutzend Meerschweinchen ausgesetzt worden. Die Tüten mit den beiden Transportboxen darin hätten am Pfingstmontagmorgen in der prallen Sonne gestanden und seien nur zufällig entdeckt worden, sagte die stellvertretende Tierheimleiterin Sarah Schmedje der Deutschen Presse-Agentur. Die 21 Tiere seien bereits nass und sehr verängstigt gewesen. "Es ist ein Wunder, dass sie das überlebt haben." Zuvor hatte der "Schlei-Bote" berichtet.

Unter den 21 Tieren sind den Angaben zufolge neun Jungtiere. "Die sind etwa vier Wochen alt." Zudem seien einige der sechs älteren weiblichen Tiere wohl tragend und würden bald Nachwuchs bekommen. Ein Wurf besteht in der Regel aus etwa fünf bis sieben Tieren.

Verfilzt und voller Milben

Die ausgesetzten Meerschweinchen seien zwar gut ernährt gewesen, aber nicht gut gepflegt. "Sie hatten überall Verfilzungen, sind voller Milben und die Männchen sind nicht kastriert." Das Tierheim hat eigenen Angaben zufolge bei der Polizei eine Online-Anzeige gegen Unbekannt aufgegeben.

Es sei nicht das erste Mal, dass an dem Tierheim der Kleinstadt an der Schlei im Kreis Schleswig-Flensburg oder in der Nähe davon Meerschweinchen oder andere Kleintiere ausgesetzt wurden. In den vergangenen Jahren gab es das Schmedje zufolge bereits mindestens dreimal. Oft mit mehr als einem Dutzend Meerschweinchen, darunter trächtige. Weil sich die Fell-Zeichnungen der Tiere und die Vorgehensweise ähnelten, geht das Tierheim-Team vom gleichen Täter beziehungsweise der gleichen Täterin aus. Konkrete Hinweise beziehungsweise Beweise habe das Tierheim indes nicht.

"Wir können an den Tierbesitzer oder die Tierbesitzerin nur appellieren, endlich damit aufzuhören. Das ist ja auch Inzucht und davon werden die Meerschweinchen krank."

Patenschaften und Futterspenden gesucht

Wenn die Tiere kastriert, milbenfrei und die Jungtiere alt genug sind, sollen die Meerschweinchen an neue Besitzer vermittelt werden. Allerdings nur, wenn die Tiere ausreichend Auslauf haben, mit frischem Gemüse und Pflanzen ernährt und mindestens zu zweit gehalten werden. "Daran scheitert es bei der Vermittlung oft. Viele wissen gar nicht, wie Meerschweinchen artgerecht gehalten werden müssen."

Auch Patenschaften und Futterspenden wie Salate, Gurken und Paprika können dem Tierheim bei der Haltung der Meerschweinchen helfen.

Aktuell leben im Tierheim Weidefeld 48 Meerschweinchen, einige davon gehören noch zu den Tieren, die im vergangenen Jahr ausgesetzt worden waren. Außerdem versorgt das Team 15 Kaninchen, 35 Katzen, 9 Hunde, 2 Schweine, 2 Ponys und einen Esel.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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