Polizei-News Hannover, 28.05.26: Jahresbilanz 2025 Zollfahndungsamt Hannover - Rekord an Drogensicherstellungen, fast zwei Tonnen Betäubungsmittel
Das Zollamt meldet einen aktuellen Fall in Hannover von heute (Do), dem 28.05.26. Was ist zur Zeit bekannt?
Erstellt von Team Datenjournalismus - Uhr
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Das Zollfahndungsamt Hannover blickt auf ein arbeitsintensivesErmittlungsjahr 2025 zurück. Fast zwei Tonnen Drogen, d.h.Betäubungsmittel und Cannabis, wurden unter anderem beschlagnahmt.Dies stellt betrachtet auf die letzten 10 Jahre einen neuen, traurigenRekord dar.
Insgesamt wurden 24 Ermittlungsverfahren im Bereich der OrganisiertenKriminalität geführt. Damit bewegt sich das Aufkommen weiterhin aufeinem konstant hohen Niveau und verdeutlicht die zunehmendeProfessionalisierung international agierender Täterstrukturen.
"Kriminelle Netzwerke agieren längst grenzüberschreitend undhochorganisiert. Effektive Bekämpfung funktioniert deshalb nur durcheine enge nationale und internationale Zusammenarbeit derSicherheitsbehörden. Die Ermittlungserfolge des vergangenen Jahreszeigen, dass gemeinsame Strategien, ein schneller Informationsaustausch und koordinierte Maßnahmen entscheidend sind, um die komplexen Täterstrukturen nachhaltig zu zerschlagen", erklärtRegierungsdirektorin Monika Dennhardt, Leiterin des Zollfahndungsamtes Hannover.
Im Jahr 2025 stellten Ermittlerinnen und Ermittler desZollfahndungsamtes Hannover unter anderem sicher:
- fast zwei Tonnen Betäubungsmittel und Cannabis,
- rund neun Millionen Stück illegale Zigaretten,
- knapp zehn Tonnen Rauchtabak,
- fast sieben Tonnen Wasserpfeifentabak,
über 44.000 Stück Pyrotechnik und 11
nahezu 40.000 verbotene Arzneimittel in Tablettenform
Die Ermittlungen führten darüber hinaus zur Aufdeckung einesGesamtsteuerschadens in Höhe von rund 670 Millionen Euro.Gegen Tatverdächtige wurden durch die Gerichte Freiheitsstrafen voninsgesamt rund 159 Jahren verhängt.
"Die hohen Schadenssummen und die professionelle Vorgehensweise derTätergruppierungen machen deutlich, welche erheblichen Auswirkungendiese Form der Kriminalität auf Staat, Wirtschaft und Gesellschaft hat. Umso wichtiger ist eine konsequente Strafverfolgung", so Dennhardt weiter.
Ausgewählte Schwerpunkte der Ermittlungsarbeit 2025:
Verbrauchsteuerkriminalität weiterhin bedeutendes Deliktsfeld
Der illegale Handel mit unversteuerten Tabakwaren blieb auch 2025 eines der zentralen Deliktsfelder des Zollfahndungsamtes Hannover. Die Tätergruppierungen agieren hierbei zunehmend international vernetzt und arbeitsteilig.
Besonders hervorzuheben ist der Abschluss umfangreicher Ermittlungeninnerhalb eines Joint Investigation Teams mit Beteiligung belgischer und niederländischer Behörden. Über mehrere Jahre hinweg wurde gegen eine international operierende Tätergruppierung ermittelt, die unversteuerte und unverzollte Zigaretten überwiegend aus der Türkei und dem Iran über Containertransporte nach Europa schmuggelte. Um Kontrollen zu umgehen, wurden die Lieferungen mit falschen Warenbezeichnungen versehen und an fiktive Empfänger adressiert. Die Transporte gelangten unter anderem über die Häfen Antwerpen und Hamburg nach Deutschland.
Den Tatverdächtigen wird der Umschlag von mehr als 1,6 Milliardenunversteuerten und unverzollten Zigaretten vorgeworfen.Der entstandene Steuerschaden beläuft sich auf über 600 Millionen Euro. Im Januar 2025 vollstreckten die Behörden im Rahmen eines europäischen Action Days unter anderem zehn Haftbefehle. Die Gerichtsverhandlungen gegen die Tatverdächtigen dauern nach wie vor an. Zudem rückte der illegale Handel mit E-Zigaretten, sogenannten Vapes,weiter in den Fokus der Ermittlungen. Im November 2025 konnten inNordrhein-Westfalen rund 165.000 illegale Vapes sichergestellt werden. Die Maßnahmen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit belgischen Behörden, die zeitgleich eine europaweite Rekordsicherstellung von rund 1,15Millionen Vapes durchführten. Umfangreiche Verfahren gegen internationaleBetäubungsmittelkriminalität
Die Bekämpfung des internationalen Betäubungsmittelschmuggels stellteim Jahr 2025 einen wesentlichen Bestandteil der Ermittlungsarbeit dar.
Der Rekordwert von fast zwei Tonnen Drogen steht im Zusammenhang mitdem starken Anstieg der Cannabissicherstellungen im Vergleich zumVorjahr. So wurden im Jahr 2024 insgesamt 265 Kilogramm Cannabisbeschlagnahmt. Im Jahr 2025 stiegen die Sicherstellungen auf fast 1,5Tonnen Cannabis an.
Neben der Zunahme im Bereich Cannabis konnte auch bei den anderenDrogenarten beachtliche Ermittlungserfolge erzielt werden. ZurAnschaulichkeit der verschiedenen Ermittlungen des letzten Jahres werden nachfolgend drei Beispiele genannt:
Im Dezember 2025 gelang Ermittlern des Zollfahndungsamtes Hannover imHamburger Hafen die Sicherstellung von mehr als 400 Kilogramm Heroin.Die Ermittlungen wurden im Bereich Bremen geführt und zählen zu dengrößten Heroinsicherstellungen der vergangenen Jahre inDeutschland. Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Oldenburg (Polizeidirektion Oldenburg/Zollfahndungsamt Hannover) führte Ermittlungen gegen eine Tätergruppierung, die Kokain aus Südamerika nach Deutschland schmuggelte.Die Täter versuchten, an einem Schiff befestigteRauschgiftpakete im Hafen Brake zu bergen. Im Rahmen eines Zugriffsdurch Spezialeinheiten konnten rund 180 Kilogramm Kokain sichergestellt werden. Die Beteiligten wurden inzwischen zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt. Internationale Aufmerksamkeit erlangten zudem die Ermittlungen derGemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift Osnabrück (PolizeidirektionOsnabrück/Zollfahndungsamt Hannover) im Rahmen der Operationen "Nexus" und "Fabryka". Gemeinsam mit zahlreichen europäischenSicherheitsbehörden konnten im Jahr 2025 europaweit mehr als 24Drogenlabore identifiziert und stillgelegt werden, darunter sechs inDeutschland. Laut Europol handelt es sich um eine der bislang größteneuropaweit koordinierten Ermittlungen im Bereich synthetischer Drogen. Deutlicher Anstieg bei verbotener Pyrotechnik
Im Deliktsbereich der Einfuhrverbote und -beschränkungen verzeichnetedas Zollfahndungsamt Hannover insbesondere bei verbotener Pyrotechnikeinen deutlichen Anstieg der Sicherstellungen. Ursache hierfür ist vorallem der zunehmende Onlinehandel in Verbindung mit verstärktenKontrollmaßnahmen am Flughafen Hannover.Aber auch die gleichbleibend hohen Zahlen im Bereich derWaffenkriminalität sowie der Verstöße gegen die Arznei- undDopingvorschriften zeigen die Notwendigkeit von Kontrollen undstrafrechtlichen Ermittlungen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger.
Ermittlungen wegen Hinterziehung von Einfuhrabgaben
Auch die Verfolgung von Straftaten im Bereich der Einfuhrabgaben blieb ein wichtiger Bestandteil der Ermittlungsarbeit.
Im Jahr 2025 wurde ein umfangreiches Verfahren wegen der Hinterziehung von Antidumpingzöllen bei der Einfuhr von E-Bikes abgeschlossen.
Im Zuge der Maßnahmen des mehrjährigen Verfahrens konnten mehr als3.500 E-Bikes sichergestellt werden, die zur Kompensation desentstandenen Schadens verwertet wurden bzw. werden sollen. Derverursachte Steuerschaden beläuft sich auf über 14 Millionen Euro.
Deutlich mehr Verfahren wegen Verstößen gegen Russland-Sanktionen
Im Bereich des Außenwirtschaftsrechts war 2025 ein erheblicher Anstieg neuer Ermittlungsverfahren festzustellen. Hintergrund sind insbesondere Verstöße gegen bestehende Russland-Sanktionen und Embargovorschriften.Allein beim Zollfahndungsamt Hannover wurden mehr als 100 neue Verfahren eingeleitet.
Unter anderem ermittelten die Behörden gegen eine Tätergruppierung, die neben dem Handel mit unversteuerten Zigaretten auch hochwertigeFahrzeuge unter Verstoß gegen geltende Embargovorschriften nach Russland exportiert haben soll. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen mehr als 100 Fahrzeuge betroffen gewesen sein. Zusätzliche Informationen zur Organisation des ZollfahndungsamtesHannover:Das Zollfahndungsamt Hannover untersteht der Generalzolldirektion,einer Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich desBundesfinanzministeriums. Es ist Teil des deutschenZollfahndungsdienstes, der aus dem Zollkriminalamt sowie den 8Zollfahndungsämtern besteht.Mit seinen Außenstellen in Bremen, Magdeburg und Bielefeld und rund 300 Beschäftigten ist das Zollfahndungsamt Hannover für weite Teile Niedersachsens, Sachsen-Anhalts, Bremens und für Teile von Ostwestfalen zuständig. Damit umfasst der Bezirk ein Gebiet von über 60.000 Quadratkilometern.Zur Verfolgung und Verhütung der Rauschgiftkriminalität arbeitet dasZollfahndungsamt Hannover schon seit vielen Jahren erfolgreich mit den Polizeibehörden der Länder in "Magdeburg). Auch bei der Bekämpfung der Geldwäschekriminalität gibt es eine institutionalisierte Zusammenarbeit spezialisierter Kräfte von Zollfahndung und Polizei in "Gemeinsamen Finanzermittlungsgruppen" (GFGHannover und Magdeburg).
+++ Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel basiert auf einer Meldung des Zollfahndungsamt Hannover vom 28.05.2026 gegen 13:27 Uhr. Die Originalmeldung aus dem Blaulichtreport des Presseportals finden Sie hier. Um Sie schnellstmöglich zu informieren, werden diese Texte datengetrieben aktualisiert und stichprobenartig kontrolliert. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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